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Duderstadt


Die folgenden Informationen basieren auf einer selektierten Auswahl der Angaben von Wikipedia.de!

Geografisch liegt Duderstadt im Untereichsfeld im südlichen Harzvorland. Etwa 10 km südöstlich der Stadt liegt das thüringische Ohmgebirge, rund 20km nordöstlich der Harz.
Das gedrehte Dach des Westerturms ist das Wahrzeichen der Stadt. Die Drehung beruht auf einem Konstruktionsfehler des Dachstuhls.

Der Sage nach haben drei Brüder die Stadt gebaut. Als sie damit fertig waren und sich nicht über die Namensgebung einig werden konnten, hat der erste hat zum zweiten gesagt: »Gib du der Stadt den Namen«, und der hat zum ersten gesagt: »Gib du der Stadt den Namen«, und ebenso hat der's wieder zum dritten gesagt, und der hat's ihm mit denselben Worten zurückgegeben und da haben sie sich kurz entschlossen und die Stadt Duderstadt genannt.

Duderstadt fast so groß wie Hamburg

Die Stadt fand am 16. September 929 erstmals urkundlich Erwähnung. 974 kam der Ort an das Stift Quedlinburg, das ihn 262 Jahre verwaltete, danach blieb Duderstadt etwa ein Jahrhundert unter welfischer Herrschaft. Zu Beginn dieser Zeit, in den Jahren um 1250, ist es zur Stadt geworden. Gefördert von den Braunschweiger Herzögen erlebte es einen anhaltenden Aufschwung.

Die junge Stadt wurde im Spätmittelalter zu einem bedeutenden, wohlhabenden Ort. Begründet werden kann dies nicht zuletzt durch die Lage an der Kreuzung zweier wichtiger Handelsstraßen: einer Nord-Süd-Route, die „Nürnberger Straße“, von Italien zu den Hansestädten in Nordeuropa sowie einer West-Ost-Verbindung aus dem belgischen Raum über Köln und Leipzig weiter nach Osteuropa.

In den Jahren 1334 bis 1366 traten die welfischen Herzöge der Linie Grubenhagen Duderstadt wegen notorischen Geldmangels schrittweise an die Erzbischöfe von Mainz ab. Für die Stadt begann damit eine Zeit von etwa 450 Jahren Mainzer Herrschaft, der Aufstieg der Stadt setzte sich fort. Sie wuchs über den Ring der Befestigungsanlagen hinaus, ihr wirtschaftliches und politisches Gewicht nahm zu. In den Jahrzehnten um 1400 konnte Duderstadt ein beachtliches Territorium (ca. 115 km2) mit 16 Dörfern erwerben. Mit etwa 4000 Einwohnern war Duderstadt damals fast so groß wie Hamburg.

Durch die Verlagerung der Handelsstraßen und dem Niedergang der Hanse im 15. Jahrhundert kam es zu Stagnation und schließlich wirtschaftlichem Abschwung, die Einwohnerzahl nahm mit dem Jahr 1450 spürbar ab, die Finanzlage wurde schwieriger. Das heutige Stadtbild gehört fast in seiner Gesamtheit der Zeit an, die vom wirtschaftlichen Rückgang gekennzeichnet war. So war die positive Kehrseite dieser Medaille, dass sich Duderstadt bis heute ein überwiegend mittelalterliches Stadtbild aus Fachwerkhäusern bewahren konnte, wie es in dieser Geschlossenheit nur noch selten zu finden ist.

Eingliederung Tausender Flüchtlinge ist geglückt

Bis zum 30jährigen Krieg konnte die Lage insgesamt wohl noch als nicht ungünstig bezeichnet werden. Doch katastrophale Einbrüche durch Kriege, Krankheitsepedemien und die zunehmende Abgrenzung der umliegenden Staaten verhinderte eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung.
Im 19. Jahrhundert geriet Duderstadt endgültig in eine Randlage. Von 1816 bis 1866 lag die Stadt an der neuen Grenze zwischen Hannover und Preußen, die mitten durch das Eichsfeld führte. Als mit dem Bau der Eisenbahn die neuen Verkehrslinien entstanden, blieb Duderstadt abseits der Hauptlinien. Erst Jahrzehnte später erhielt es Anschluss an das Eisenbahnnetz; durch eine Strecke, die nur lokale Bedeutung hatte.
Ab 1885 bildete die Stadt mit den zur preußischen Provinz Hannover gehörenden Dörfern des Untereichsfeldes den Landkreis Duderstadt.

Mit dem endgültigen Verlust der ursprünglich günstigen Verkehrslage waren grundlegende Weichenstellungen erfolgt. Die Standortbedingungen waren und blieben für die Industrie in Duderstadt äußerst ungünstig. Neue Arbeitsplätze entstanden in unzureichendem Maß, nur wenige Betriebe konnten sich auf Dauer halten. Die Entstehung von Wandergewerben, Saisonarbeit in anderen Städten und starke Abwanderung waren die Folge.

Nach dem Krieg rückte Duderstadt durch die Schließung der Grenze zwischen Bundesrepublik und DDR schließlich in eine extreme Randlage. Es ist trotzdem gelungen, wichtige Industriebetriebe in Duderstadt anzusiedeln. Auch ist die Eingliederung Tausender von Vertriebenen und Flüchtlingen geglückt.
1973 kam Duderstadt mit fast allen anderen Gemeinden des Landkreises Duderstadt zum neu gebildeten Landkreis Göttingen. Am 10. November 1989 wurde um 0:35 Uhr der Schlagbaum am Grenzübergang Gerblingerode nach Westen geöffnet. Bis zum Nachmittag kamen mehr als 6000 DDR-Bürger in über 1500 Fahrzeugen nach Duderstadt, bis zum Jahresende wurden es 700.000 Menschen.

Städtepartnerschaften bestehen mit Tauberbischofsheim (seit 1961), mit Combs la Ville (Frankreich, seit 1968) sowie dem polnischen Kartuzy seit 1995. Kulinarsiche Spezialitäten sind die "Eichsfelder Mettwurst" und der Schmandkuchen.

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